BALI : Insel im Bann der Götter

BALI *

Sobald man aus dem Flughafen tritt und ins Auto steigt kommt man mit den Göttern in Bali in Berührung. Auf der Armatur des Taxis, das einen zur Bleibe bringt,  ist schon der erste Altar aufgebaut. Woher kommt der Name BALI, überlege ich mir? Von einem Gott Ba’al? Doch dieser hatte seinen Ursprung in Ugarit im heutigen Syrien, ungefähr 1500 v. Chr. Ich habe letztes Jahr im Louvre in Paris eine Stele studiert, die ihm gewidmet war. Einer von vielen Göttern. Lange vor der Entstehung der monotheitischen Kulturen.

Denpasar

 

Wie dem auch sei, jedenfalls müssen auf dieser Insel eine Vielzahl von Göttern wohnen, die unsichtbar immer und ständig ihre Bewohner mit dem Erbringen von Opfergaben in Form bunter Blumen auf Trab halten. Mit dem Versprechen, dass die Insel dann, und nur dann, unter ihrem Schutz bleibt, haben die Götter auf Bali die Fäden in der Hand.

So sind die Balinesen groß geworden und von Generation zu Generation hat sich dieser Glaube in der Gemeinschaft tief verwurzelt und fortgepflanzt. Niemals würde ein traditioneller Balinese diese, seine Insel verlassen. Schon deshalb nicht, um nicht von der Community ausgeschlossen zu werden. Denn diese hätte kein Verständnis für so geartete Eskapaden eines Einzelnen. Also legt mehrmals täglich und das Tag für Tag ein Familienmitglied bunte Blumenopfer in die dekorativ aufgestellten Schalen, um dadurch die Götter milde zu stimmen. Um den Schutz für Hab und Gut, für die lieben Verwandten und Freunde stets aufrecht zu erhalten.

Sanur

Und wenn man sich den Verkehr in Bali so anschaut, dann haben sie diesen Schutz im Alltag auch dringendst nötig!

Denn ganze Familien haben in dem dicht gedrängten Stadtverkehr auf nur einem Roller oder Mofa Platz. Und weil sich nicht jede Familie ein Auto leisten kann, wird das Baby schon auch mal auf einem solchen Gefährt waghalsig befördert. Dank sei den Göttern wenn da nicht mehr passiert.

Ich bin sehr froh an unserem Fahrer Agung, der uns mit balinesischer Ruhe gut durch den dichtesten Verkehr befördert. Ohne nur einmal ein anderes Fahrzeug zu berühren. Auch dann nicht, wenn dreispurig gefahren wird und wir von links und rechts gleichzeitig überholt werden. Um uns ein wildes Hupkonzert. Und wie eng das aussieht. Agung zuckt mit keiner Wimper. Respekt.

 

 

 

Mopeds sind in Bali Transportmittel für Alles

 

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Zeremonien und Feste

Es gibt viele Traditionen in Bali. So finden sich unter ihnen z. B. Tänze und Riten, wie das Gamelan und Legong, was für Touristen aus aller Welt schön anzuschauen ist. Ich war fasziniert von der Schönheit der Menschen und wie die Frauen mit ihren Augen rollen können. Poah! Ich würde meine dabei verlieren.

Und die Balinesen sind nicht nur ein liebenswürdiges, sondern auch ein lustiges Völkchen. So passiert es schon mal, dass kurz vor der Darbietung urplötzlich einer der Darsteller auf die „Bühne“ springt und laut ruft „TAXI, TAXI, you need Taxi?!“

 

Gamelan in Ubud

 

Zeremonie in Mengwi

Ein Paradies auf Erden

Was auf dieser schönen Insel ebenso sofort ins Bewußtsein dringt, diese stimmungsvollen Farben. In einem solchen Übermaß, dass einem geradezu schwindlig wird davon. Noch nie vorher habe ich so etwas gesehen!

 

Durch die Nähe zum Äquator ist das Licht sehr besonders in Bali. Nicht in Worte zu fassen. Und die Sonne wandert von rechts nach links, ich traute fast meinen Augen nicht, als ich es zum erstenmal richtig wahrgenommen habe. Beinahe kommt man sich vor wie auf einem anderen, einem besonders paradiesischen Planeten. Und die Tage sind immer gleich lang und die Nächte auch. Egal zu welcher Jahreszeit Du dort bist.

Wir waren im Mai dort. Das ist kurz nach dem Ende der Monsunzeit, aber ab und zu öffnete der Himmel noch völlig unerwartet seine Schleusen und der Regen prasselte heftigst herab, um dann der Sonne auch schon wieder Platz zu machen. Das Klima dort rechtfertigt die prächtige Flora auf der Insel. Das frische Grün auf den Reisfeldern und die bunten, duftenden Riesenblumen. Den quirligen Dschungel, die fruchtbare Natur.

Falls Du genau wie ich nicht genug bekommen kannst von Bali. In einem der nächsten Blogs geht es weiter mit „Liebe und Tod auf Bali“.

Bis dahin, seid alle herzlich gegrüßt!

Eure Silke

 

 

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