Alpencross Munich – Venezia : Tirol

ALPENCROSS *

Zweiter Teil des Alpencross Munich – Venezia : Schatzkiste Tirols
Von Innsbruck über den Brennerpass nach Sterzing.

3. Etappe: Jenbach – Schwaz – Innsbruck

Der Achensee wird auch der Fjord der Alpen genannt und ist Tirols größter Badesee. Die leichte aber kontinuierliche Steigung war bei diesem Anblick nur halb so schlimm.

Während der Fahrt ruhte der Blick auf dem Panorama, das der See und die von Wolken verschleierten Berge boten. Ein leichter Wind und der frische herbstliche Geruch von Wasser, Wiesen und Wald wirkten sehr motivierend.

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Achensee

Oben angekommen freute ich mich darauf, die Abfahrt von Maurach nach Jenbach über fast 5 km mit 450 hm die Achenseebahn für mich übernehmen zu lassen. Doch leider wollte man uns mit den Fahrrädern unangemeldet nicht mitnehmen.

Also ging es mit dem Fahrrad bergab, begleitet von dem Gezische der hiesigen Schmalspurbahn, die immer mal unseren Weg ins Tal kreuzte und mich an die Lokomotive Emma auf Lummerland erinnerte, wenn sie tosend und dampfend aus dem Wald plötzlich wieder um die Ecke kam.

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Kreuzgang in Schwaz

Weiter ging es entlang des Inn bis nach Innsbruck, wo unsere nächste Unterkunft (Airbnb) uns erwartete. Ab Lenggries buchten wir immer am Abend vorher die nächste Unterkunft.
Dadurch hatten wir genug Freiraum um spontan zu entscheiden, ob wir an einem Ort länger bleiben wollten. Außerdem konnten wir entsprechend der verbliebenen Kondition am Abend die Etappe für den nächsten Tag besser berechnen.

Auf dem Weg nach Innsbruck funkelte von weitem Swarovski und wollte die Besucher verführerisch in seine Kristallwelten locken. Viel schmuckvoller waren aus unserer Sicht aber die Kollektionen von Kohlköpfen, die im Oktober ästhetisch in frischem Grün die Wege säumten.

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4. Etappe: Igls – Patsch – Brenner – Sterzing

Vor dieser Etappe hatte ich im Vorfeld am meisten Respekt. Von Innsbruck nach Patsch sind auf einer Strecke von knapp 10 km gleich mal 450 hm zu überwinden. Bis zum Brennerpass insgesamt 800 hm und dazwischen geht es immer mal  in Wellen auf und ab. Ich war froh, dass wir diesen Anstieg auf den Tag nach Innsbruck gelegt hatten.
Vor Igls tauchte die Skisprungschanze endlich auf Augenhöhe auf. Wir hatten schon einiges an Höhe gewonnen.

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Skisprungschanze Innsbruck
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Brennerautobahn

Nach Igls und Patsch sind wir in die sogenannten Ellbögen mit ihren kleinen schmucken Dörfern gefahren. Von Weitem konnten wir die Brennerautobahn sehen. Sie erinnerte uns daran, dass der Brennerpass ein Hauptziel unserer Alpenüberquerung und besonders dieser anstrengenden Etappe war.

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Ellbögen

Die auslandend schöne Umgebung führte uns immer wieder mal in kleine Ortschaften mit zum Teil engen Gässchen. Die Dörfer waren oft wie verlassen. Doch genau dann wenn man nicht damit rechnete, konnte plötzlich ein Radfahrer schnell um die Ecke kommen. Tatsächlich hätte mich in einer engen Kurve fast ein entgegenkommender Radfahrer erwischt.

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Trotz der schönen Hügellandschaft freute ich mich auf die darauf folgende Erholung im Tal und die Gelegenheit vor dem Anstieg zum Brenner wieder ordentlich Kraft schöpfen zu können.

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Wir kamen an einem ruhig plätschernden Bach vorbei und wurden aus dem Gebüsch von einer Katze beobachtet. Tiere waren auf der ganzen Radtour unsere Begleiter.

In Steinach angekommen beobachteten wir von einem Café aus den Verkehr eine Weile, bevor wir uns sicher waren, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind, um den Brenner zu passieren. Das Wetter war super schön, unsere Laune noch richtig gut und erstaunlicherweise auch unsere Fitness. Dazu kam, dass die alte Brennerstraße nicht besonders stark befahren war. Vor allem waren keine LKW auf der Straße. Die scheinen alle die neue Autobahn zu nehmen. Wir haben uns umsonst Sorgen gemacht was diesen Streckenabschnitt angeht.

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Alte Brennerstraße – der Anstieg

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Bei traumhaftem Wetter und die Berge im Visier radelten wir also weiter.

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Die ersten Kilometer waren recht locker, dann zog es an. Inzwischen war später Nachmittag und die bis zur Unterkunft war es noch ein ganzes Stück. Außerdem dieser große Berg dazwischen. Die Notlösung wäre der Zug gewesen. Zugegeben, der Gedanke war verlockend. Aber ein Alpencross ohne auch noch die letzten 12 km zum Brenner hoch zu schaffen, das hätte einfach keinen Sinn ergeben.

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Alte Brennerstraße – von oben betrachtet
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Grenze zu Italien

Ich bin ehrlich, ein Stück habe ich geschoben. Die letzten Kilometer haben sich so sehr in die Länge gezogen, dass ich einfach keine Lust (keine Kraft?) mehr zum Radfahren hatte.
Uns kamen ein paar wenige Autos entgegen aus denen uns Leute fröhlich und aufmunternd zugewinkt haben. Fast als hätten sie keine Lust mit uns zu tauschen.
Oben angekommen war es richtig zugig und kalt. Ab den folgenden Tagen wäre laut Wetterbericht die Schneewahrscheinlichkeit viel höher gewesen. Wir hatten es gerade noch rechtzeitig über den Brenner geschafft und waren auf dem besten Weg nach Süden.
Bald nach der italienischen Grenze wurde es schnell dunkler und Nieselregen setzte ein. Wir haben fast alles was wir dabei hatten übereinander angezogen, um auf der Fahrt ins Tal nach Sterzing nicht zu erfrieren. Die ging entlang einer alten Bahnlinie, kurvig und steil bergab.

Ziemlich kaputt waren wir an dem Abend, als wir in unserer Unterkunft Goldener Löwe in Elzenbaum angekommen sind. Aber auch sehr froh.

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Das Haus, von außen unscheinbar, sieht innen aus wie ein Märchenschloß. Die kreative Besitzerin hat jedes Zimmer nach einem anderen Thema gestaltet. Die Türe des Hauses stand schon für uns offen, sie selbst kam nach unserem Anruf vorbei um uns das Zimmer zu zeigen. Am liebsten wäre ich noch einen Tag länger geblieben, aber das vorausgesagte Wetter riet dazu möglichst bald auch den 2. Pass in den Dolomiten zu überqueren.

Keine zehn Pferde hätten mich am Abend nochmal nach Sterzing zurück gebracht nur um etwas essen zu gehen.
Also haben wir den Pizzaservice zu uns kommen lassen und durften im großen Speisesaal des Hauses unser Mahl zu uns nehmen 🙂

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Frühstücksraum im Goldenen Löwe

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